Schlauchmaterial

  • Outboard_engine_at_RIBKunststoff-Folien verschiedenster chemischer Zusammensetzungen finden nur noch bei Badebooten Verwendung, da diese sehr billig herzustellen sind. Für professionelle Schlauchboote sind Kunststoff-Folien nicht ausreichend gasdicht.
  • PE (Polyethylen) ist ein vergleichsweise harter Kunststoff, der oft bei kleineren „Badebooten“ als Schlauch- und/oder Rumpfmaterial Verwendung findet.
    Diese Boote sehen wie Schlauchboote aus, aber man kann den Rumpf wegen des harten Materials weder entleeren noch falten. Oft sind die Lufträume mit Schäumen gefüllt, um im Fall eines Lecks den Auftrieb zu behalten. Nur der Laie nennt diese mit PE-Schläuchen versehenen Boote „Schlauchboote“. …
    De facto sind das aber keine Schlauchboote, weil sie nicht aufblasbar sind.
  • PVC: Reines PVC (Polyvinylchlorid) findet heute noch bei vielen Schlauchbooten Verwendung, ist jedoch nicht unumstritten, da PVC im Laufe der Zeit seinen Weichmacher ausdünstet, so das PVC hart, spröde und gasundicht wird und der Schlauch und die Luftkammern eines solchen Schlauchbootes auch bei pfleglicher Behandlung je nach Bootshersteller und Fertigungsqualität nach etwa 10 Jahren irreparabel beschädigt sind. Eine intensive, kontinuierliche Pflege und der Schutz des Schlauches gegen UV-Licht und vor Temperaturen über 15 °C kann die Haltbarkeit eines aus PVC-gefertigten Schlauches um nochmal 5 Jahre verlängern. Bei typischer Nutzung in der Freizeitschifffahrt (eben vor allem im Sommer und am Tage) wird dies jedoch kaum der Fall sein. So interessant das momentane Preis-Leistungs-Verhältnis von PVC für die Hersteller und Nutzer von Freizeitschlauchbooten auch sein mag, in der Ökobilanz ist PVC das schlechteste aller möglichen Materialien, da es sehr problematisch in der Entsorgung ist und auch zur Kontamination des Weltwasservorrates mit Weichmachern beiträgt.
  • Hypalon-Neopren-Gemische sind ein Kompromiss, um auch dem Freizeitschiffer ein halbwegs passables Schlauchboot anzubieten. Reine Mehrlagenfertigungen aus jeweils reinem, Hypalon und Neopren altern fast nicht und lassen sich leicht reparieren. Ein aus solchem Material gefertigtes Schlauchboot ist teuer, hält dafür aber ein paar Jahrzehnte.
  • EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk) ist ein langlebiger, UV beständiger Kautschuk, der für hochwertige Schlauchboote verwendet wird. Beispielsweise für Raftingboote, die im gewerblichen Einsatz erhöhten Belastungen standhalten müssen. Unter anderem werden auch Kajaks und Kanadier aus EPDM gefertigt, die im Freizeitbereich verwendet werden. Das Material zeichnet sich durch eine hohe Abriebs- und Reisfestigkeit aus. Schlauchboote aus EPDM werden vulkanisiert und erhalten dadurch sehr feste Verbindungen, die einen hohen Luftdruck aushalten, meist höher als bei Booten aus PVC. Dadurch ergibt sich eine hohe Formstabilität. Der Preis für Schlauchboote aus EPDM ist in der Regel höher, als für Boote aus PVC. Die Lebenserwartung eines Bootes aus EPDM liegt bei mehreren Jahrzehnten. Manche Hersteller geben eine längere Garantie auf Boote aus EPDM, als vom Gesetzgeber vorgeschrieben. EPDM hat eine gute Ökobilanz, da es keine giftigen Inhaltsstoffe enthält, aus natürlichen Rohstoffen produziert wird und recycelt werden kann.
  • PU: Rohre aus Polyurethan (PU) sind schwierig herzustellen und sind daher oft nicht für den Schlauchbootbau verwendet. PU hat den Vorteil, dass es sehr hart ist, mit einer Abriebfestigkeit viel höher als Hypalon und PVC. Frühere PU-Materialien hatten den Nachteil des schnellen Alterns, aber neuere Typen sind wesentlich widerstandsfähiger gegen Degradation unter UV-Licht. PU-Schläuche sind oft auf kommerziellen Booten zu finden, bei denen Festigkeit und Dauerhaftigkeit erforderlich sind. Eine hochwertiger PU schlauch überdauert mehr als 20 Jahre.
  • Gummi, das Material, mit dem alles begann, findet keine Verwendung mehr bei der Herstellung vom Schlauch oder Rumpf, seit die chemische Industrie andere, synthetische und in ihren Materialeigenschaften bessere Materialien entwickelte. Dennoch wird die bis zu 3½ Meter lange Badeboot-Variante des Schlauchbootes immer noch „Gummiboot“ genannt, egal aus welchem Material dieses gefertigt ist.
  • Neopren ist das Material, welches Hypalon gasdicht macht, welches aber auch sehr empfindlich gegen äußere Einflüsse ist. Deshalb wird es in Mehrlagenverwendung mit reinen Hypalon-Lagen kombiniert, nicht jedoch als äußerste oder innerste, sondern immer als eine mittlere Schicht.
  • Sonstige Gewebe: Verbindet man mehrere Lagen gleicher (PVC-PVC) oder unterschiedlicher (Hypalon-Neopren-Hypalon) Materialien miteinander, um entweder die Haltbarkeit (PVC) oder die Gasdichtigkeit (Hyplanon-Neopren-Hyplaon) des Schlauches signifikant zu erhöhen, müssten bei Krümmungen des Mehrlagenmaterials (im Verlauf der Produktion, beim Entleeren und transportvorbereitenden Falten) die einzelnen Lagen unterschiedliche Längen einnehmen. Hierdurch werden die Verbindungen der Lagen zerstört. Lediglich die Varianten Hypalon-Neopren-Hypalon bleiben auch bei Trennung der Lagen gasdicht. Allerdings sind die Lagen bei Trennung gegeneinander beweglich, wodurch das Neopren an den Knickstellen im Laufe der Zeit verschleißt. Lediglich die Variante Hypalon-Neopren-Hypalon ist dann noch reparabel.

Quelle: Wikipedia